Herzlich

Wenn ich nicht ungestört lesen kann, weiche ich gerne mal auf’s Häkeln aus.
Zwar bin ich keine Meisterin, aber es gibt viele schöne Kleinigkeiten, die so einfach sind, dass man sie machen kann, sobald man die Grundmaschen beherrscht.
Anders als beim Lesen kann ich mich beim Häkeln mit meinem Liebsten unterhalten oder einen Film schauen. Letzte Woche habe ich ein paar niedliche kleine Herzen gehäkelt, die sich auch gut als Lesezeichen machen würden.img_20160922_233956.jpg

❤ Also man kann doch erkennen, dass es Herzen sind, oder? 😉

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Während die Waschmaschine lief

So langsam finde ich mich gedanklich wieder in mein Projekt „W.G.“ ein. Während gestern morgen die Waschmaschine lief, befasste ich mich mit zwei Punkten:

Erstens: Was für ein Problem haben mein Prota- und der Antagonist wirklich miteinander – vom offensichtlichen mal abgesehen? Denn einzig, dass der eine eher Rot-Grün und der andere eindeutig CDU wählen würde, macht sie ja noch nicht zu Gegenspielern. Nein, wir brauchen da noch eine schöne, persönliche Komponente; einen alten Stachel, etwas Salz und eine schlecht verheilte Wunde. Ein Ereignis, das zwei Menschen, die auch sehr gut Freunde hätten sein können, aufs schicksalshafteste zu Feinden macht. Ein Hindernis, das nicht zu überwinden ist, ohne einen von beiden unterliegen zu lassen.

Zweitens: Ich muss mir eine Vokabelliste anlegen, für den Jargon dieses gewissen Hobbys, dem so viele meiner Charaktere nachgehen.

Alle Überlegungen bzw. Notizen wurden in mein kleines Büchlein geschrieben und anschließend fotografisch in Evernote abgelegt. Ich habe mir diese App vor ca. zwei Wochen runtergeladen, als mir bewusst wurde, dass ich wieder „was Richtiges“ schreiben will. So ganz sicher bin ich mir noch nicht, wie ich damit arbeiten kann, aber als Platz für Notizen und Dateien ist das Ding schon mal nicht schlecht.

Neues Wort gelernt: enigmatisch.

Nach langer Zeit mal wieder was Triviales geschrieben. Innerer Nörgler absent. Der meckert ja nur bei mir rum, nicht bei meinem Alter Ego. Ach, was schreibe ich heute kryptisch, mystisch, enigmatisch. Nein, kein Martini-Glas in meiner Hand, steht aber weiterhin ganz weit oben auf der Wunschliste.

Sundae.

Ein toller Sonntag ist das, wenn man acht Stunden im Büro verbringen muss, nicht. Dabei hatte ich ne echt schlimme Arbeitsblockade! :geek: Aber da gab es etwas, das mich davon abhielt, meine Sachen zu packen und einfach zu gehen. Klar habe ich (da der Chef nicht da war) auch ein paar mal öfter aus dem Fenster geschaut ;), das Blümchen gegossen und mit einer Kollegin ausgiebig pausiert. Nach solch gelegentlichen Unterbrechungen bin ich immer brav auf meinen Platz zurückgekehrt und habe meine Arbeit weiterverfolgt. Es ist nicht die Aussicht auf Erfolg, die mich heute oder an irgendeinem anderen Tag bei der Stange hält. Die Sachen, die ich bearbeite, muss ich anschließend aus der Hand geben und nur selten erfahre ich, was daraus geworden ist. Und auch Leistung spielt keine Rolle; nicht in dem Sinne, dass meine Arbeit mit der anderer konkurriert und ich versuchen muss, besser zu sein. Ein gewisses Niveau wird zwar vorausgesetzt, stellt aber keinerlei Herausforderung dar. Es sind auch nicht die Kollegen, von denen am Wochenende ohnehin nicht viele da sind (und ganz ehrlich, ich arbeite desto lieber, je ruhiger es um mich herum ist), die mich jeden Tag auf meinen Arbeitsplatz zurückkehren lassen. Die meisten von ihnen sind ganz liebe Leute und auf ein, zwei von denen möchte ich tatsächlich nicht mehr verzichten – aber die kann ich auch nach Feierabend sehen. Nein, was mich wirklich dazu motiviert, zu arbeiten auch wenn mein Kopf grad viel lieber Wolken gucken, meine Füße grad super gerne rumlaufen, meine Hände eine Einkaufsliste schreiben und mein Kopf sich mit der Umdekorierung meines Schlafzimmers befassen wollen ist… das Ziel. Nein, nicht die Rente. Etwas viel naheliegenderes. Ein Blatt Papier, ein Zettel, auf dem mein Name steht und eine mehrstellige Zahl. Gehaltsabrechnung. Ja, genau, dafür arbeite ich. Schnöde Welt. Aber ich habe ein Ziel, ein regelmäßig wiederkehrendes sogar, wenn auch ich regelmäßig und brav meine Arbeit tue.

Und so sollte es mit dem Schreiben auch sein: Dass ich mich regelmäßig hinsetze, auch wenn ich keinen Bock habe. Weil ich stattdessen ein Ziel habe. Ja, innerer Nörgler, dieses Ziel kommt nicht so regelmäßig wie mein Gehaltsbrief. Es dauert wahrscheinlich ziemlich lange, bis ich es erreicht habe. Aber das ist okay, schließlich stecke ich ja auch nicht so viel Zeit da hinein wie in meinen Brotjob. Wenn ich diese Nebentätigkeit aber regelmäßig und zielstrebig verfolge, werde ich auch hier irgendwann Papier in den Händen halten. Und es wird mein Name darauf stehen und eine Menge… Wörter. :lol: Verteilt auf vielen, vielen Seiten, und das wichtigste Wort steht auf der allerletzten Seite und hat nur vier Buchstaben.

Immerhin, ich schreibe.

Guck einer an: Der dritte Tag in Folge, an dem ich schreibe. Und zwar meinen Kram, meine Gedanken, keine leistungs- oder erfolgsorientierten Phrasen. Ich schreibe für niemanden außer für mich, weshalb den letzten Teil des zweiten Satzes auch niemand außer mir nachvollziehen kann. Juchu, ich schreibe! Ich freue mich wirklich, denn das ist es, was ich brauche: Schreibroutine, jeden Tag ein paar Wörter. Schreibfluss für noch ein paar Wörter mehr. Keinen Druck, ob alles richtig ist oder man das wirklich so sagen kann.

Und kaum denke ich über den Sinn dessen nach, geht nichts mehr.

B L O C K A D E . :groggy:

Befindlichkeit.

Zunächst einmal: Ich fühle mich asslig.
Gut, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was dieses Adjektiv bedeutet, aber es klingt sehr nach meinem Befinden. Der Arbeitstag war nervig, die Mittagspause zu kurz, das Wetter ist zu heiß, morgen ist Wochenende, jedoch nicht für mich. Eine seltsame Nachricht hat mich heute erreicht und überhaupt ist grad alles bäh. Asslig.

Und zu allem Überfluss kann ich meinen Enthusiasmus von gestern schon gar nicht mehr nachvollziehen. Die „Tassen“ einreichen für einen Wettbewerb? Lächerlich. Mit den Charakteren? Dieser dünnen Story? Ich fühle mich wie der Pinanist aus der Sesamstraße, der vor lauter Verzweiflung über ein nicht gelingendes Werk seinen Kopf heftigst auf die Tasten haut, sodass ihm die Brille von den Ohren fliegt. Genau das möchte ich jetzt tun. Allerdings wirkt das Drama nicht, wenn´s keiner sieht.

Mein Plan war, mich heute Abend hinzusetzen, und den Inhalt der Story zu Ende zu schreiben. Einfach nur den Stoff runterschreiben, von Anfang bis Ende. Doch plötzlich wird mir klar, dass das Ende dumm ist. Strunzdumm. Nicht mal niedlich-dumm oder ironisch-dumm. Sondern einfach nur bescheuert, langweilig und freaky. Asslig.

Ich hasse es, wenn so etwas passiert: Ernüchterung. Und nun? Weitermachen, hart arbeiten und der Geschichte ein vernünftiges Ende abringen? Oder sein lassen? Sein lassen klingt verlockend… Ich hardere. Mit meiner Geschichte, meiner Motivation und mit mir.

Mir dämmert, dass ich nicht dahinter stehe. Die Idee ist zwar originell, es gäbe auch einen Konflikt, naja… ein Konfliktchen. Aber die einzige Lösung, die ich mir derzeit dafür vorstellen könnte, ist banal. Was will man auch von einer Geschichte erwarten, die dem rachelüsternen Gehirn einer 22-Jährigen entsprungen ist, um die Ehre ihrer besten Freundin zu verteidigen, zu Zeiten, als man für die Installation von Internet auf seinem PC noch nen Ingenieursabschluss brauchte und SMS aus nicht mehr als 160 Zeiten bestehen durften. Verdammt ja, ich ich weiß, dass Twighlight bzw. Die „Bis(s)“-Trilogie auch Anfang der 2000er spielt. Aber der Stoff ist einfach dicht, die Charaktere super und überhaupt. Mein Gott, was ist das überhaupt für ein Vergleich!? Ich schnappe über – bestimmt, weil´s immer noch so heiß ist.

Und da ist ja immer noch mein Herzensprojekt. Das, bei dem ich schon viel weiter bin. Das, das einen Konflikt, tolle Charaktere, einen richtigen Antagonisten hat und etwas wertvolles, das auf dem Spiel steht. Das ein Ende hat, das ich schon kenne. Das aber nicht in den Wettbewerb passt. Blöder Wettbewerb. Der hat mich ins Wanken gebracht. Versuchung, asslige!