Heute vor einem Jahr

Letztes Jahr um diese Zeit war ich unglaublich produktiv und habe voller Elan geschrieben und mit der Schneeflockenmethode meine Geschichte geplottet. Diesen emsigen Status möchte ich wieder erreichen! Was könnte meine Motivation mehr anfeuern als mein Blogpost vom 16.9.2015 – Rettet das Dorf! Holt einen Eimer!

 

Schreiben oder nicht schreiben

Ein bisschen ist das hier in letzter Zeit zu einer Art „Nichtschreib-Blog“ geworden. Doch der Schein trügt. In Wirklichkeit schreibe ich, was das Zeug hält. Nur nicht an meiner eigentlichen Geschichte. Ich habe eine Kurzgeschichte vollendet, die nun noch überarbeitet wird. Und ich arbeite an dieser Fiverr-Sache. Das zusammen nimmt viel meiner Zeit ein, für meine Geschichte muss ich da erst wieder Raum schaffen. Außerdem habe ich mir als Ziel gesetzt, meine Schreibbasis – meinen Werkzeugkasten, wenn man so will – zu optimieren. Deshalb habe ich mir ein Buch mit dem schneidigen Titel ‚Rechtschreibung und Zeichensetzung endlich beherrschen‘ zugelegt.

Buch Rechtschreibung

Habe sogar schon etwas gelernt, und das hat mich echt schockiert: Nach der Rechtschreibreform, die ich noch in der Schulzeit erlebt hatte (1996) gabe es zehn Jahre später eine zweite! Das heißt, dass viele der Regeln, die mir und vielen anderen damals als „verbindlich“ beigebracht wurden, heute gar nicht mehr richtig sind! Teils wird wieder so geschrieben, wie ich es noch in der Grundschule gelernt habe, teils aber auch ganz anders. Um ehrlich zu sein bin ich fast ein wenig erbost darüber, dass diese zweite Reform so an mir vorbeigegangen ist. Andererseits ist es so aber auch kein Wunder, dass man heute so oft auf tatsächlich oder vermeintliche Rechtschreib- und Kommafehler trifft.

Das Buch beinhaltet einen Eingangstest und anschließend viele Kapitel mit Übungen zu allen wichtigen Fragen der Rechtschreibung. Mal sehen, ob ich es systematisch durcharbeite oder mich zuerst daran mache, meine durch den Test aufgedeckten Schwachstellen auszumerzen. Bei Gelegenheit werde ich berichten, wie es sich mit dem Buch arbeitet und ob es etwas bringt.

Ein halbes Jahr später…

Wie die Zeit vergeht. Seit über einem halben Jahr habe ich nichts mehr geschrieben. Ganz Gallien? Gar nichts? Nein! Tatsächlich habe ich zwar hier in meinem Blog nichts mehr geschrieben, und – ich muss es leider gestehen – auch nicht mehr an meinen „Tassen“. Eine unglückliche Verkettung von Ereignissen und Prokrastination hat dazu geführt, dass ich dieses Projekt vernachlässigt habe. Zu allem Überfluss hat die Schreibwerkstatt, das Forum in dem ich seit ein paar Monaten angemeldet war, die Pforten vorübergehend dicht gemacht. Nun ja, es dauert wohl jetzt nur noch ein weiteres halbes Jahr, bis das Forum wieder an den Start geht. Bei mir gab es eine berufliche Veränderung, die bis zur  Mitte des ersten Halbjahrs meine gesamte Energie gefressen hat. Aber: Seit Anfang Juni nun hat mich die Schreiblust wieder gepackt, man könnte geradezu von einem Schreibwahn sprechen. Innerhalb eines Monats habe ich zwei Kurzgeschichten und einen Kurzroman geschrieben. Was es damit auf sich hat, dazu schreibe ich später vielleicht mehr, jedenfalls ist es so wunderschön, wieder zu schreiben. Und zwar etwas anderes als Produktbeschreibungen, was ich zwischenzeitlich nämlich auch gemacht habe.

Jetzt bin ich wieder hier. Habe meinen Blog ausgegraben. Ach ja, Scully MacYesabi! Hatte sie nicht einen Job zu erledigen? Ein Manuskript abzuliefern? Ähm, ja… aber erst Ende Dezember 2016. So, dann weiß ja jeder Bescheid. Weiter im Text…

shes a writer

 

Während die Waschmaschine lief

So langsam finde ich mich gedanklich wieder in mein Projekt „W.G.“ ein. Während gestern morgen die Waschmaschine lief, befasste ich mich mit zwei Punkten:

Erstens: Was für ein Problem haben mein Prota- und der Antagonist wirklich miteinander – vom offensichtlichen mal abgesehen? Denn einzig, dass der eine eher Rot-Grün und der andere eindeutig CDU wählen würde, macht sie ja noch nicht zu Gegenspielern. Nein, wir brauchen da noch eine schöne, persönliche Komponente; einen alten Stachel, etwas Salz und eine schlecht verheilte Wunde. Ein Ereignis, das zwei Menschen, die auch sehr gut Freunde hätten sein können, aufs schicksalshafteste zu Feinden macht. Ein Hindernis, das nicht zu überwinden ist, ohne einen von beiden unterliegen zu lassen.

Zweitens: Ich muss mir eine Vokabelliste anlegen, für den Jargon dieses gewissen Hobbys, dem so viele meiner Charaktere nachgehen.

Alle Überlegungen bzw. Notizen wurden in mein kleines Büchlein geschrieben und anschließend fotografisch in Evernote abgelegt. Ich habe mir diese App vor ca. zwei Wochen runtergeladen, als mir bewusst wurde, dass ich wieder „was Richtiges“ schreiben will. So ganz sicher bin ich mir noch nicht, wie ich damit arbeiten kann, aber als Platz für Notizen und Dateien ist das Ding schon mal nicht schlecht.

Neues Wort gelernt: enigmatisch.

Nach langer Zeit mal wieder was Triviales geschrieben. Innerer Nörgler absent. Der meckert ja nur bei mir rum, nicht bei meinem Alter Ego. Ach, was schreibe ich heute kryptisch, mystisch, enigmatisch. Nein, kein Martini-Glas in meiner Hand, steht aber weiterhin ganz weit oben auf der Wunschliste.

Immerhin, ich schreibe.

Guck einer an: Der dritte Tag in Folge, an dem ich schreibe. Und zwar meinen Kram, meine Gedanken, keine leistungs- oder erfolgsorientierten Phrasen. Ich schreibe für niemanden außer für mich, weshalb den letzten Teil des zweiten Satzes auch niemand außer mir nachvollziehen kann. Juchu, ich schreibe! Ich freue mich wirklich, denn das ist es, was ich brauche: Schreibroutine, jeden Tag ein paar Wörter. Schreibfluss für noch ein paar Wörter mehr. Keinen Druck, ob alles richtig ist oder man das wirklich so sagen kann.

Und kaum denke ich über den Sinn dessen nach, geht nichts mehr.

B L O C K A D E . :groggy:

Befindlichkeit.

Zunächst einmal: Ich fühle mich asslig.
Gut, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was dieses Adjektiv bedeutet, aber es klingt sehr nach meinem Befinden. Der Arbeitstag war nervig, die Mittagspause zu kurz, das Wetter ist zu heiß, morgen ist Wochenende, jedoch nicht für mich. Eine seltsame Nachricht hat mich heute erreicht und überhaupt ist grad alles bäh. Asslig.

Und zu allem Überfluss kann ich meinen Enthusiasmus von gestern schon gar nicht mehr nachvollziehen. Die „Tassen“ einreichen für einen Wettbewerb? Lächerlich. Mit den Charakteren? Dieser dünnen Story? Ich fühle mich wie der Pinanist aus der Sesamstraße, der vor lauter Verzweiflung über ein nicht gelingendes Werk seinen Kopf heftigst auf die Tasten haut, sodass ihm die Brille von den Ohren fliegt. Genau das möchte ich jetzt tun. Allerdings wirkt das Drama nicht, wenn´s keiner sieht.

Mein Plan war, mich heute Abend hinzusetzen, und den Inhalt der Story zu Ende zu schreiben. Einfach nur den Stoff runterschreiben, von Anfang bis Ende. Doch plötzlich wird mir klar, dass das Ende dumm ist. Strunzdumm. Nicht mal niedlich-dumm oder ironisch-dumm. Sondern einfach nur bescheuert, langweilig und freaky. Asslig.

Ich hasse es, wenn so etwas passiert: Ernüchterung. Und nun? Weitermachen, hart arbeiten und der Geschichte ein vernünftiges Ende abringen? Oder sein lassen? Sein lassen klingt verlockend… Ich hardere. Mit meiner Geschichte, meiner Motivation und mit mir.

Mir dämmert, dass ich nicht dahinter stehe. Die Idee ist zwar originell, es gäbe auch einen Konflikt, naja… ein Konfliktchen. Aber die einzige Lösung, die ich mir derzeit dafür vorstellen könnte, ist banal. Was will man auch von einer Geschichte erwarten, die dem rachelüsternen Gehirn einer 22-Jährigen entsprungen ist, um die Ehre ihrer besten Freundin zu verteidigen, zu Zeiten, als man für die Installation von Internet auf seinem PC noch nen Ingenieursabschluss brauchte und SMS aus nicht mehr als 160 Zeiten bestehen durften. Verdammt ja, ich ich weiß, dass Twighlight bzw. Die „Bis(s)“-Trilogie auch Anfang der 2000er spielt. Aber der Stoff ist einfach dicht, die Charaktere super und überhaupt. Mein Gott, was ist das überhaupt für ein Vergleich!? Ich schnappe über – bestimmt, weil´s immer noch so heiß ist.

Und da ist ja immer noch mein Herzensprojekt. Das, bei dem ich schon viel weiter bin. Das, das einen Konflikt, tolle Charaktere, einen richtigen Antagonisten hat und etwas wertvolles, das auf dem Spiel steht. Das ein Ende hat, das ich schon kenne. Das aber nicht in den Wettbewerb passt. Blöder Wettbewerb. Der hat mich ins Wanken gebracht. Versuchung, asslige!